Die Market Due Diligence MDD ist ein Käufer-Part.
Die MDD beinhaltet die Analyse
- von Immobilienmärkten
- von Immobilienstandorten
- der relativen Marktgängigkeit eines Objektes
Objektqualität wird bestimmt durch die Lage, die Lage und nochmals die Lage.
Immobilienmärkte
Für die Beurteilung kann zurückgegriffen werden auf:
- die Einschätzungen von renommierten Immobiliendienstleistern.
- die von Jones Lang Lasalle regelmässig veröffentliche „Immobilienuhr“, welche aufzeigt, welche Märkte sich in welcher Phase des Immobilienzykluses befindet.
- eine selber zu verfassende detaillierte Marktanalyse.
Immobilienstandorte
Hier gilt es
- eine detaillierte Standortanalyse zu erarbeiten.
- Konjunkturzyklische Ueberlegungen anzustellen.
- im Rahmen der Makrobetrachtung
- strukturelle Aspekte zu berücksichtigen wie
- die demografische Entwicklung
- die Entwicklung der Arbeitslosigkeit
- die Entwicklung der Kaufkraft.
- im Rahmen der Mikrobetrachtung
- Wettbewerbsposition des Objektes gegenüber anderen Objekten
- im Immobilienmarkt.
- an diesem Standort.
- Wettbewerbsposition des Objektes gegenüber anderen Objekten
- strukturelle Aspekte zu berücksichtigen wie
- Standortattraktivität.
- zu erwartende Veränderungen im Standortumfeld.
Marktgängigkeit des Objektes
Der Käufer hat das Bedürfnis, sich ein Bild zu machen
- vom Image des Objektes.
- von den Stärken/Schwächen, Chancen/Risiken (SWOT-Analyse1, Portfolioanalyse2).
- von der Zukunftsträchtigkeit.
- von den Entwicklungsmöglichkeiten (Potentialanalyse)
- von der Drittverwendbarbarkeit.
- vom Nutzermarkt (Nutzwertanalyse).
Synergien im Portfolio
Zuerwerb oder als Bestandesobjekt werden Synergien geschaffen im Bereiche
- Management
- Vermietung
- Skaleneffekte
- Netzbildung
Detaillierungsgrad
Bewertungsrunde 1:
Bei der Analyse der Markt- und Standortdaten
- gehen wir vom Allgemeinen zum Besonderen.
- bewegen wir uns in ersten Bewertungsrunde auf der Ebene der Oberkriterien, die mittels Checklisten aufbereitet werden.
- wenden wir entweder das Punktebewertungssystem (++ / 0 / –) oder das Notensystem (1 bis 10) an und es zeigen sich sofort.
- die Schwachstellen
- von Makro- und Mikrostandort
- von Marktsitutation oder –entwicklung
- die Unsicherheiten bei der Bewertung.
- die Schwachstellen
Bewertungsrunde 2:
Im zweiten Durchgang – auf der Ebene der Unterkriterien – werden
- Schwachstellen und
- unklare Kriterien
hinterfragt, analysiert und geprüft.
Immobiliennutzung
Je nach Immobilientyp drängt sich eine individuelle Fragestellung auf:
Retail (Einzelhandelsimmobilien, Einkaufszentren und und –passagen)
- Ausrüstung des Objekts:
- Architektur
- Aufteilung/Grundrisse
- Parkplätze
- Wegeführung im Objekt: Werden die Besucherströme gleichmässig verteilt?
- Mieter-Allokation im Objekt: Entspricht sie den Kundenanforderungen?
- Branchenmix im Objekt: regelmässige Anpassung ans Umfeld, Lückenabdeckung?
- Tragbarkeit: Können die Mieter und die ev. Nachmieter die Mietzinse erwirtschaften?
Büroimmobilien
Hier wird – weil weniger problematisch – die Erfüllung der Standards, Erfahrungs- und Richtwerte im Prüfbereich Technical Due Diligence (TDD) geprüft.
1 SWOT = Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats)
2 Bei der wiederkehrenden Bestandesprüfung lässt sich aus der Portfoliomatrix die jeweils angemessene Strategie ableiten: kaufen, verkaufen, verbessern, halten.